Kategorie-Archiv: Netzstrümpfe

Internet und Co …

der Dau ist tod, es lebe der Dau

Wer meint der dümmste anzunehmende User – unser geliebter Dau kann mit dem Computer nicht umgehen, wird umdenken müssen. Der Dau von heute ist gut ausgebildet, liebt seine Spielzeuge und leidet existenziell an Featureitis. Er kennt seine Gimmicks wie kein anderer und verteidigt sie bis zur Selbstaufgabe.

War es früher der Anwender der seinen Monitor nicht einschaltete und bei der Hotline über den schwarzen Bildschirm beschwerte, ist es heute der Wackeldackel oder Abnicker, man müsste schon fast Ja-Schreier sagen, der egal zu welchem Preis seinem Idol hinterher geifert und sich mit großer Freude jede Bedingung aufpressen lässt um alsbald dankbar mit dem neuesten Zuckerl belohnt zu werden.

Daus trennen sie gerne von ihren Rechten. Warum auch nicht, nur Persönlichkeiten brauchen Persönlichkeitsrechte. Papa mit dem abgefressenen Apple weiß welche Würmer gut für sein Federvieh sind und das wissen die Küken und machen Männchen.

Früher mitleidig von mir belächelt, stellen sie heute eine große Gefahr. Wie eine Armee von Lemingen treten sie ganze Autobahnen in die Landschaft um Ihren „Datomanen“ (krankhafte – Datensammler) gefällig zu sein und bereiten damit die Infrastruktur für weitere Schmarotzer die auch nur das Beste aus Ihren Küken pressen wollen.

Waren es früher Sekten und religiöse Bewegungen wie Scientology, die weglagernd versuchten uns unter ihre Kontrolle zu verführen, sind es heute „renomierte“ Firmen die mit Zuckerbrot und Peitsche ganze Daufarmen etablieren.

Bereitwillig abgesegnet von Ihren Lemingen sind zentral gespeicherte Aufenthaltsspuren etwas tolles, schaffen sie doch Fakten ohne lästige Rückfragen. Dein Aldi liegt zufällig im Gewerbegebiet neben dem neuen Bordell. Kein Problem, Deine Frau hat sicher Verständnis dafür, dass Dein Bewegungsprofil etwas ungenau über das falsche Gebäude führt. Dich wird es erfreuen, dass die hübsche Hure von 3c, Dich im Aldi auf Deinem idiotenPhone passend zu einem Schäferstündchen einlädt, wie sonst wärst Du so gut informiert.

Psychologie der Forentrolle

Ein paar der anstrengenderen Exemplare möchte ich Euch vorstellen.

Wie ein Grippevirus viele Menschen ansteckt, so kann ein faules Ei den Salat verderben. Jeder kennt diese grünlich schillernden Fliegen, die aus hunderten von schwarzen Fliegen heraus leuchten. Am Computer sitzend nenne ich sie: „Selbstdarsteller“. Stetig bemüht, gockelhaft Ihr selbst attestiertes Wissen zur Schau zu stellen, schlummert in Ihnen ein empfindliches Seelchen, dass auf die geringste Kritik mit verbalen Kotz-Attacken reagiert. Schnell haben Sie sich, durch Infragestellung ihres Wissens gekränkt, aus der Gemeinde gelöscht um wenige Tage später wieder aufzutauchen. Mit ihrem Verhalten umschiffen sie geschickt den eigenen Rauswurf.

Dann gibt es die „Schwanz“-Vergleicher, die stetig den Größeren und Besseren haben müssen. Sie beschränken sich auf die Präsentation, sind Neuerungen völlig unaufgeschlossen und erinnern gelegentlich an Spam-Versender. Alles was nicht Ihren Interessen dient ist zu schwierig, zu kompliziert, zu zeitaufwändig. Diese Gruppe hat einen hohen Demotivationsfaktor und lässt einen oft ins grübeln kommen warum man sich das antut.

Sehr beliebt sind auch die Besserwisser, die einen über freie Meinungsäußerung belehren, mit unbelegten Behauptungen und mangelndem Hintergrundwissen Stimmung machen und auch sonst recht erbärmliche Aussagen treffen. Nicht über den wenige Millimeter hohen Tellerrand schauend, werden Welt verbessernde Ratschläge erteilt, die zwingend anzunehmen sind, da sie sonst mit Kündigung drohen. Immer wieder muss ich mich fragen wie Sie auf die Idee kommen, dass sie vermisst werden könnten.

der Fluch oder die eigene Homepage…

Wird dem enthusiastischen Internetvagabund gelegentlich unterstellt er vereinsame, treten einzelne Exemplare höchst kommunikationsfreudig über Ihre ureigene Homepage in Verbindung. Sei es das eigene Gedankengut, die eigene Sammlung, der Anspruch seinen Unmut in die Welt zu tröten oder einfach nur selbst der Herr im Haus zu sein, schnell ist ein guter Grund gefunden sich der Öffentlichkeit zu stellen.

Kaum sind die vagen Inhalte abgesteckt, wird nach günstigen Anbietern Ausschau gehalten, Software erkundet und bei der Konkurrenz gespickt. Mag der PC-Freak sich noch mit kryptischen Code herum schlagen, ist der Normalanwender auf der Suche nach einem der zahlreichen Baukästen die den Einstieg erleichtern. Bildchen werden erstellt, Text in Form gebracht, Ideen der Mitbewerber entliehen und mit kreativer Freude das erste Werk zusammen getragen.

Noch nicht ganz fertig, hofft der Künstler auf erste Reaktionen, Besucher die einem sagen wie aufregend die kargen Seiten doch sind. Das eigene Gästebuch soll die Früchte der Arbeit dokumentieren. Nach Tagen der Arbeit, sich selbst den goldenen Bastelwastel verliehen, bleiben die Reaktionen aus. Verbliebene Freunde, Kollegen und jeder der „bereitwillig“ zuhört muss sich die kryptische Webadresse notieren um der eigenen Leistung zu preisen. 2 Einträge im Gästebuch, die liebe Schwester und ein Kollege, der auch sonst ein Herz für Tiere hat, vermitteln den erbärmlichen Eindruck eines Versagers.

Enthusiasten zeichnen sich durch einen starken Willen aus und geben niemals auf. Die Analyse zeigt, dass von den 73 Besuchern im letzten Monat 90 Prozent auf die zahllosen Suchmaschinen, denen man die WEB Seite in den letzten Wochen durch ausfüllen zahlloser Aufnahme-Formulare anvertraut hat, fallen. Der Rest lässt sich nicht zuordnen. So rechte Freude mag nicht aufkommen und Resignation macht sich breit.

Unverhofft und höchst ersehnt nach Monaten ein neuer Gästebucheintrag. Trotz kritischer Betrachtung, mag es nicht gelingen den Eintrag einem bekannten Gesicht zuzuordnen. Wahrhaftig, ein echter Besucher. Vermutlich hat sich Robinson Crusoe über Freitag ähnlich gefreut.

Das gibt Ansporn, neue Kommunikationswege müssen eröffnet werden – ein Forum muss her. Ausführliche Recherche und deutlich gestiegene Vorraussetzungen lassen den Provider wechseln. Geld spielt keine Rolle, jedes Hobbie muss finanziert werden. Eine erste eigene Domain sollen der WEB-Adresse den letzten Schliff geben. Jedes winzige Ziel vor Augen motiviert – die Lunte ist gelegt…

…Das Forum seit Wochen in Betrieb, die selbst gelegten Einträge verstauben einsam. Die Log-Files zeigen verirrte Besucher, die ansonsten keine Spuren hinterlassen. Auf mach einer Trauerfeier ist mehr Freude zu spüren…

Ein Freak lässt sich von so etwas nicht unterkriegen. Mit Scheiße fängt man fliegen und mit Speck Mäuse. Drastischere Mittel müssen her – neu Registrierungen und erfundene Fragen sollen Besucher bekunden. Alle Familienmitglieder bekommen einen Zwangszugang und treten unter Pseudonymen in Erscheinung. Welch eine Seifenblase und ein historisches Tief – aber ein Freak gibt nicht auf!

Die Lunte glimmt – der erste echte User erweist sich als Glücksfall. Ein Selbstdarsteller – ein Homepagebetreiber ohne Homepage. Einer der seine Inhalte auf möglichst vielen fremden Seiten verteilt ohne sich den Stress der eigenen Homepage anzutun. Auch eine Made ist Leben – wir sind auf der Überholspur.

Um mehr Honig für Suchmaschinen vorzuhalten und Vorbeifliegende zur Einkehr zu bewegen, muss eine kleine Wissenssammlung her, auf der alles zusammen getragen wird was mit gutem Gewissen entliehen werden kann und von Nutzen ist. Ein Motivationsretter, der erste schreibende Nutzer, hebt sich durch zahlreiche Beiträge hervor, mit denen er auch andere Foren bestäubte, aber das spielte keine Rolle – mehr Inhalt hilft mehr Besucher zu bekommen. Zahlreiche Bücher dienen als zusätzliche Quelle. Autoren werden angeschrieben und die Genehmigung zur Verwendung von Bildern und Texten erbettelt.

Die Taktik geht auf – der ein oder andere Besucher verweilt zu einem Pläuschchen. Jede Spur zieht irgendwie neue Besucher an, ein kleines Grüppchen etabliert sich, das hier und da etwas schreibt. Das mit den Fliegen hatten wir ja schon…

Der Durchbruch sollte ein Hinweis eines Freundes werden. „Wiki“ das Zauberwort der Zusammenarbeit. Jeder kann mitmachen, jetzt kann nichts mehr schief gehen. Besucher wurden mit subtilem Druck zur Mitarbeit motiviert. Die Idee zündete!

Das WEB-Seiten-Sterben hat begonnen. Eine von vier, als ernsthafte Mitbewerber eingestufte Seiten, ist vom Netz gegangen, das sollte Besucher bringen. Die Statistiken zeigen ständig wachsende Bienenschwärme. Ein wenig Stolz macht sich breit. Unzählige Stunden die Schnittstelle zum Besucher zu verbessern zahlen sich aus.

Die Freundin zickt während der Mutation zum Programmier-Junkee. Nächte vor der Kiste hinterlassen den Eindruck von Desinteressse an Ihr. Sie hat sicher recht, aber die Gemeinde kann nicht enttäuscht werden. Ein Freak gibt nicht auf …

Zahlreiche Monate und auch eine Freundin später – der nächste Mitbewerber leidet an Besucherschwund.

Einige der fleißigsten Besucher bilden ein neues Rückgrad aus Moderatoren und helfen die Beitragsflut sachlich zu gestalten. Echte Koryphäen, mit Wissen zum anbeten, lassen die Seiten zu einem Wissenspool werden.

Die Kosten werden deutlich 4-stellig, Spendenaufrufe und Werbung verschaffen eine solide Basis. Die Umzüge häufen sich und auf der neuesten Kiste könnte eine Firma mit 100+ Leuten Ihren Geschäftsbetrieb abwickeln.

Allerlei neue Freunde und auch Spinner tummlen sich. Zugegeben, Sammler sind irgendwie immer Spinner, ich mitten drin.

Webmaster die neuen Puffmütter – die lieben Besucher müssen umhegt und getätschelt werden. Die Heilsarmee könnte keine bessere Seelsorge leisten. Hier und da fehlt es an der Motivation sich den Müll der Querulanten aufzuladen und wird lt. der Aussage einiger empfindlicher Seelchen, die bereits das weite suchten, arrogant und unerbittlich.

Fortsetzung könnte folgen …